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Frührenaissance

Piero della Francesca in den Uffizien

Piero della Francescas Doppelporträt von Federico da Montefeltro und seiner Frau Battista Sforza ist eines der ikonischsten Bilder der italienischen Renaissance. Im Profil vor einer weiten umbrischen Landschaft gemalt, blicken der Herzog und die Herzogin einander über den Rahmen hinweg mit der gelassenen Würde römischer Münzen an. Das Gemälde handelt ebenso von Mathematik und Licht wie von Macht.

Piero della Francesca in den Uffizien

Raum 8 beherbergt eines der bekanntesten Werke der Uffizien: das Diptychon (zweiteiliges Gemälde) des Herzogs und der Herzogin von Urbino. Die Tafeln sind beidseitig bemalt -- die Vorderseite zeigt die berühmten Profilporträts, während die Rückseite beide Figuren auf Triumphwagen mit allegorischen Figuren zeigt.

Federico da Montefeltro, Herzog von Urbino, war einer der erfolgreichsten Feldherren des 15. Jahrhunderts. Er wird stets im linken Profil gezeigt -- immer -- weil er bei einem Turnier sein rechtes Auge und den Nasenrücken verloren hatte. Anstatt die Entstellung zu verbergen, arbeitete Piero sie mit charakteristischer Ehrlichkeit in das Porträt ein.

Die Landschaften hinter beiden Figuren sind aussergewöhnlich. Piero gibt die sanften Hügel, Flüsse und Städte der Region Marken mit einer Präzision und Leuchtkraft wieder, die die holländische Landschaftsmalerei um zwei Jahrhunderte vorwegnimmt. Das Licht ist perfekt kalibriert -- alles badet in einer klaren, kühlen Atmosphäre, die ein Gefühl unendlichen Raums erzeugt.

Piero war auch Mathematiker, der Abhandlungen über Perspektive und Geometrie schrieb. Seine Gemälde spiegeln diese doppelte Leidenschaft wider -- jedes Element ist präzise berechnet, doch das Ergebnis wirkt natürlich und gelassen statt steif.

Biografie

Piero wurde um 1415 in der toskanischen Stadt Borgo Sansepolcro geboren, studierte in Florenz, verbrachte aber einen Grossteil seiner Karriere an Höhen in ganz Mittelitalien. Sein grösster Freskenzyklus -- die Legende des Wahren Kreuzes in Arezzo -- ist eines der Meisterwerke der Frührenaissance.

Piero war ein wahrer Renaissance-Universalgelehrter: Maler, Mathematiker und Theoretiker. Seine Abhandlungen über Perspektive (De Prospectiva Pingendi) und Geometrie beeinflussten Künstler und Mathematiker über Generationen. In seinen späteren Jahren erblindete er und hörte auf zu malen, um sich bis zu seinem Tod im Jahr 1492 ganz der Mathematik zu widmen.

Vermaechtnis

Piero della Francesca war nach seinem Tod weitgehend vergessen und wurde erst im 20. Jahrhundert wiederentdeckt. Heute gilt er als einer der grössten Maler der Frührenaissance, bewundert für seine leuchtende Farbgebung, geometrische Präzision und tiefe Ruhe.

Guided Experience

Piero della Francescas Meisterwerke mit einem Guide erleben

Duration: 2 hours

Includes: Skip-the-line entry, licensed art historian

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